Die Schattenseiten von Ehe und Familie

Dieser ganze Genderkram zeigt eigentlich nur eines: die Dekadenz einer gesättigten Gesellschaft. Was soll die Auflösung der biologischen Identität bringen? Nichts. … Damit sich das ändert, brauchen wir Männer und Frauen, also Geschlechter, wie Gott sie schuf. Forschungen zeigen, dass selbst Säuglinge je nach Geschlecht unterschiedliche Interessen hegen. So ist die Natur, das können Ideologen nicht wegdefinieren. Das Geld für 250 Gender-Lehrstühle an deutschen Hochschulen könnten wir besser für unsere Familien verwenden. … Mir liegen die Initiativen für Ehe und Familie und gegen das elende Gendermainstreaming besonders am Herzen. (Beatrix von Storch, Quelle: kath.net)

Von Angelika Damm

Mir scheint, dass Frau von Storch vollständig ahnungslos ist was Gendermainstream bedeutet, aber dafür nicht gerade vorurteilsfrei. Ansonsten setze ich mich in meinem Arbeitsbereich täglich mit der Schattenseite der Ehe und Familie auseinander.

Der Trägerverein 2. Hamburger Frauenhaus e.V. betreibt das 2. Frauenhaus und dient dem Schutz und der Hilfe für von Gewalt betroffene und bedrohte Frauen und ihre Kindern. Durch professionelle Unterstützung werden die Betroffenen gestärkt, ihre Lebenssituation neu zu ordnen und Perspektiven für ein gewaltfreies Leben zu entwickeln. Die Beratung ist ressourcen- und lebensweltorientiert und hat als Grundsatz das Instrument Empowerment. Sie ist parteilich und ausgerichtet auf die Stärkung der Frau, wobei die ganzheitliche Sicht auf die Klientin, auf ihre Bedürfnisse, Ressourcen und Fähigkeiten Teil der pädagogischen Haltung der Mitarbeiterinnen ist.

In den 5 Hamburger Frauenhäusern suchen jährlich rund 1500 Frauen und Kinder Schutz vor Gewalt im sozialen Nahraum, sei es durch Ehemänner, Freunde, Väter, Brüder, etc.

Die Auslastung der Plätze beträgt zwischen 95 und 105 Prozent. Wir nehmen Frauen und Kinder rund um die Uhr an 7 Tagen die Woche auf. Wenn die Häuser voll belegt sind vermitteln wir sie ggf. in andere Bundesländer, die freie Plätze haben weiter.

Die Frauen leben bei uns zum Teil über Monate in Mehrbettzimmern mit anderen Frauen und Kindern zusammen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben.

Seit mehreren Jahren gestaltet sich die Wohnungssuche für Frauenhausbewohnerinnen immer schwieriger. Es fehlen Wohnungen im bezahlbaren Preissegment, Wohnungen, die den Mietübernahmegrenzen SGB II entsprechen und auch Wohnungen in entsprechender Größe, z.B. für Familien mit mehr als drei Kindern oder alleinstehenden Frauen.

Die längst noch nicht erfolgte Gleichstellung von Mann und Frau wirkt sich auf die vor häuslicher Gewalt geflüchteten Frauen in besonderem Maße aus, als es ohnehin schon im Allgemeinen im Gleichstellungsbericht von 2011 beschrieben ist. Wie oben erwähnt ist es besonders für Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen so gut wie unmöglich derzeit eine Wohnung in Hamburg zu finden.

Rund 50 Prozent der im Frauenhaus lebenden Personen sind Kinder. Für die Mädchen und Jungen wird ein spezielles auf sie ausgerichtetes pädagogisches Angebot vorgehalten. Mädchen und Jungen, die ins Frauenhaus kommen, sind entweder Zeugen der Gewalt gegen ihre Mutter oder selbst unmittelbar von Gewalt betroffen.

Wenn Kinder Gewalt gegen ihre Mutter miterlebt haben oder selbst betroffen sind von Gewalt, hat dies vielfältige Auswirkungen auf ihre gesundheitliche, geistige und emotionale Entwicklung.

Die Flucht ins Frauenhaus bedeutet für die Mädchen und Jungen eine einschneidende Veränderung ihres bisherigen Lebens mit vielen Folgen. Sie verlassen ihre vertraute Umgebung, den Vater, Verwandte, Schule oder Kindergarten, Freundinnen und Freunde. Sie müssen sich in einer fremden Umgebung neu einleben.

Gleichzeitig erleben sie eine spürbare Entlastung, wenn sie selbst und ihre Mütter nicht länger der Gewalt des Vaters ausgesetzt sind. Mädchen und Jungen haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Sie sind auf ihrem Weg angewiesen auf Fürsorge und Begleitung durch Erwachsene.

Mütter, die mit ihren Kindern im Frauenhaus leben, haben begründete Angst vor der Eskalation von Konflikten um Sorgerecht und Umgangsregelungen. In der Trennungsphase ist für die Frauen die Gefahr weitere und massivere Gewalt durch den Ehemann, Partner zu erleben sehr groß.

Vor diesem Hintergrund muss vor einer gerichtlichen Entscheidung zum Umgangs- oder Sorgerecht äußerst sorgfältig geprüft werden, ob und in welchem Rahmen Väter, die gewalttätig sind, überhaupt in der Lage sind, liebevolle und fürsorgliche Erziehungsverantwortung übernehmen zu können.

Dabei muss es darum gehen, den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden und gleichzeitig muss der Schutz vor weiteren Übergriffen für Mutter und Kind wirksam sicher gestellt werden. Viele gewalttätige Väter üben über den Kontakt zu den Kindern weiterhin Druck auf ihre Frauen aus. Diese Einflussnahme durch die Väter belastet auch die Kinder massiv. Daher ist es unserer Erfahrung nach sehr wichtig und für die Kinder entlastend, das Umgangsrecht der gewalttätigen Väter auszusetzen.

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